Bezahlen im Internet

Kreditwürdigkeit in Onlineshops

2010-06-05 10:36 von DMadmin (Kommentare: 0)

Onlineshops kennen die Bonität ihrer Kunden.

Woher kennen Online Shops meine Bonität?


Haben Sie das auch schon erlebt? Sie wollen bei einem Online Shop per Rechnung kaufen und sind sich sicher, dass der Shop auch seinen Kunden Rechnung anbietet. Die begehrten Schnäppchen sind im Warenkorb, der Gutschein für den Shop gefunden und dann geht es zur Kasse. Oft erleben Kunden hier die Überraschung! Entweder wird ihnen die Zahlung per Rechnung gar nicht angeboten oder sie erhalten eine Email „Aufgrund unserer internen Kreditrichtlinien müssen wir Sie bitten auf die Zahlungsart Vorkasse zu wechseln.“ Dies ist meist für die Kunden sehr frustrierend und die Hürde die Bestellung mit einer anderen, für den Shop sicheren Zahlungsart zu wiederholen ist hoch!

Warum aber wurden Sie nicht per Rechnung beliefert obwohl der Internetshop dies doch eigentlich tun müsste?


In der Regel liegt dies an der Prüfung ihrer Kreditwürdigkeit.
Ein Grund könnte sein, dass sie in der Vergangenheit sehr fleißig in dem Shop bestellt haben und dort noch offene Posten existieren. Dies heißt nicht, dass die Zahlung dort fällig wäre! Es könnte beispielsweise sein, dass die Zahlung per Kreditkarte oder Lastschrift einfach noch nicht abgeschlossen ist.
Wenn sie Schufaeinträge oder gar eine Eidesstattliche Versicherung abgegeben ist Fall sehr einfache. Online Shops ziehen nicht selten Bonitäts-Auskünfte über ihre Kunden. Zahlreiche Anbieter für Bonitätsauskünfte fragen beispielsweise die Datenbanken der Amtsgerichte ab um festzustellen, ob eine Eidesstattliche Versicherung eingeht. Eine der größten Anbieter solcher Auskünfte ist die Schufa. Aber auch zahlreiche andere Anbieter wie Kreditreform, Bürgel, Infoscore,  Accumio etc. verkaufen die  Auskunft über ihre Bonität an Internetshops.
Die Schufa wird von zahlreichen Partnern über ausstehende Zahlung informiert. Viele Banken, Versicherungen und Mobilfunkanbieter sind Mitglieder der Schufa und melden fleißig ihre Auftragsdaten an die Schufa weiter. Sogar vorgerichtliche offene Rechnungen, die ggf. strittig sein könnten oder aus gutem Grund nicht bezahlt wurden werden hier der Schufa gemeldet. In ihrer Selbstauskunft bei der Schufa steht dann nur der lapidare Hinweise „Forderung könnte strittig sein“.


Sie sind kreditwürdig und werden trotzdem nicht beliefert?
Aber auch wenn sie keine offene Posten beim Onlinehändler oder und keinerlei negativen Einträge in den Auskunfteien kann es sein, dass ihre Bonität für eine Lieferung per Lastschrift oder Rechnung von Versandhandel als zu gering eingeschätzt wird! Wirtschafts-Auskunfteien, insbesondere die Schufa oder Accumio, bilden aufgrund ihres Wohnortes einen Score über Sie. Fällt dieser zu gering aus führt dies oft zu einer Ablehnung, weil das Risiko Sie über eine unsichere Zahlungsart zu beliefern einfach zu hoch.

Nach dem Umzug wird der Rechnungskauf nicht mehr angeboten?
Eine weitere Sache verfälscht die Einschätzung ihrer Kreditwürdigkeit maßgeblich. Sind sie gerade umgezogen fällt es vielen Bonitätsprüfern schwer sie als Person zu identifizieren. Sie sind der Gesellschaft unter der angegebenen Adresse einfach nicht bekannt, daher wird das Zahlungsausfallrisiko im Fall einer Lieferung mit später Zahlung einfach höher eingestuft als es faktisch ist.


Verständlich ist, dass sie sich über diese Vorgehensweise ärgern! Falls sich noch viele offene Posten beim Onlineshop selber haben können sie dies meist mit einem freundlichen Anruf leicht klären. Wenn die Lieferung per Rechnungskauf trotzdem nicht klappt finden sie bei den meisten Shops gute alternativen wie PayPal, ClickAndBuy oder Kreditkarte. Den Kauf per Vorkasse oder Vorabüberweisung  würden wir aus Risiko bzw. Kostengründen nicht empfehlen.

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